Die vergangenen Wochen haben wieder gezeigt, wie wichtig der direkte Austausch ist – im Wahlkreis, bei Betriebsbesuchen und natürlich auch in Wien. Gerade im Gespräch mit unseren Unternehmerinnen und Unternehmern geht es immer wieder um die wirtschaftliche Entwicklung, die Herausforderungen für unseren Wirtschaftsstandort und vor allem um den Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften. Eine Frage steht dabei besonders im Mittelpunkt: Wie schaffen wir es, junge Menschen für eine Ausbildung zu begeistern und ihnen gute berufliche Perspektiven zu eröffnen?
Ein Thema liegt mir dabei besonders am Herzen: die Lehre. Sie ist eine der großen Stärken unseres Landes, verbindet Theorie mit Praxis und eröffnet vielfältige berufliche Möglichkeiten. Umso mehr gibt die aktuelle Entwicklung Anlass zur Sorge: Im September 2026 ist die Zahl der Lehrlinge in Österreich mit 95.057 erstmals unter die Marke von 100.000 gefallen. Für mich ist das ein klarer Weckruf. Wir müssen die Lehre wieder stärker ins Bewusstsein rücken, junge Menschen und ihre Eltern für diesen Bildungsweg begeistern und gleichzeitig jene Betriebe unterstützen, die Verantwortung übernehmen und Lehrlinge ausbilden.
Warum mir dieses Thema so wichtig ist, hat auch mit meinem eigenen Berufsweg zu tun. Ich habe selbst eine Lehre gemacht und später die Meisterprüfung abgelegt. Heute bin ich Geschäftsführer der Geschützten Werkstätte Tirol und darf mich als Lehrlingssprecher der ÖVP im Nationalrat dafür einsetzen, dass die berufliche Ausbildung jene Wertschätzung bekommt, die sie verdient. Die Lehre hat mir viele Türen geöffnet – und ich bin überzeugt, dass sie auch für viele junge Menschen der richtige Weg in eine erfolgreiche Zukunft sein kann.
Mit Blick auf die Zukunft unserer Arbeitswelt spielt auch die künstliche Intelligenz eine immer größere Rolle. KI wird viele Tätigkeiten verändern und neue Möglichkeiten eröffnen. Aber sie hat keine Hände: Sie kann keine Wasserleitung reparieren, kein Dach decken und keine Maschine vor Ort warten. Praktische Fähigkeiten, handwerkliches Können und gut ausgebildete Fachkräfte werden auch in Zukunft gebraucht. Umso wichtiger ist es, die Lehre als modernen und zukunftssicheren Bildungsweg zu stärken.
Meine Reden könnt ihr jederzeit in der Mediathek des Parlaments nachsehen und nachhören.
Weiters standen im Oktober-Plenum des Nationalrates wichtige Zukunftsfragen auf der Tagesordnung. Neben der beruflichen Ausbildung ging es unter anderem um die Asylpolitik und die Frage, wie klare Regeln und konsequente Maßnahmen für geordnete Verhältnisse sorgen können. Die wichtigsten Beschlüsse und Themen aus Wien habe ich euch in diesem Newsletter kompakt zusammengefasst.
Dein
Klaus Mair
Abgeordneter zum Nationalrat
Aktuelle Infos, Eindrücke und kurzfristige Updates gibt es laufend auf meinen Social-Media-Kanälen.
PV-Förderung neu gedacht
→ Weg vom Wettlauf um die schnellsten Klicks – hin zu einer gezielten Förderung von Stromspeichern und intelligenter Energiesteuerung.
Beim zweiten PV-Fördercall 2026 waren die verfügbaren Mittel bereits nach 33 Sekunden ausgeschöpft. Knapp 28.000 Anträgen standen Fördermittel für rund 3.000 Projekte gegenüber. Das zeigt: Das bisherige Fördersystem stößt an seine Grenzen.
Ab 2027 soll die EAG-Förderung deshalb neu ausgerichtet werden. Künftig sollen vor allem Stromspeicher für neue Photovoltaikanlagen sowie die Nachrüstung bestehender Anlagen gefördert werden. Voraussetzung soll ein intelligentes Energiemanagementsystem sein, das den Sonnenstrom möglichst effizient und netzdienlich einsetzt.
Was soll sich ändern?
- Mehr Planungssicherheit: Statt kurzer Fördercalls soll eine laufende Antragstellung nach Umsetzung des Projekts möglich werden.
- Sonnenstrom besser nutzen: Speicher machen selbst erzeugten Strom auch dann verfügbar, wenn die Sonne nicht scheint.
- Intelligente Steuerung: Energiemanagementsysteme sollen dabei helfen, Strom dann zu speichern und zu nutzen, wenn es sinnvoll ist.
- Heimische und europäische Wertschöpfung stärken: Die Neuausrichtung soll auch europäische Wertschöpfung stärker berücksichtigen.
Der letzte Fördercall nach dem bisherigen Modell fand am 8. Oktober 2026 statt. Die konkreten Förderhöhen und technischen Voraussetzungen für das neue System werden derzeit noch finalisiert. Die gesetzliche Änderung muss anschließend noch parlamentarisch beschlossen werden.
→ Sonnenstrom besser nutzen, Haushalten und Betrieben mehr Planungssicherheit geben und unser Energiesystem langfristig stärken.
500 Mio. Euro für die Sanierungsoffensive
→ Sanieren erleichtern, Haushalte unterstützen und heimische Betriebe stärken.
Mit der Sanierungsoffensive stellt die Bundesregierung ab 2027 insgesamt 500 Millionen Euro für thermische Sanierungen und den Umstieg auf klimafreundliche Heizsysteme bereit. Damit werden Investitionen in die eigenen vier Wände unterstützt und gleichzeitig wichtige Impulse für die heimische Bauwirtschaft und das Handwerk gesetzt.
So werden die 500 Millionen Euro eingesetzt:
- 321 Millionen Euro für thermische Sanierungen, etwa für bessere Dämmung und neue Fenster.
- 179 Millionen Euro für den Austausch alter Öl- und Gasheizungen gegen klimafreundliche Heizsysteme.
Auch bei den Förderbeträgen gibt es konkrete Anreize: Für den Umstieg auf Nah- und Fernwärme sind bis zu 4.000 Euro Förderung möglich. Beim Austausch alter Fenster können in Kombination mit einer Außenbeschattung bis zu 5.000 Euro Bundesförderung erreicht werden.
Die Sanierungsoffensive bringt neue Aufträge für Bauunternehmen, Handwerksbetriebe und Installateure, sichert Arbeitsplätze und stärkt die regionale Wertschöpfung. Gleichzeitig helfen energieeffiziente Gebäude dabei, den Energieverbrauch langfristig zu senken.
Die nächsten Termine:
- Ab 2. November 2026 ist der Kesseltausch wieder möglich.
- Ab 4. Jänner 2027 starten die Förderungen für thermische Sanierungen.
→ Haushalte bei der Modernisierung unterstützen, heimische Betriebe stärken und Wirtschaft und Klimaschutz sinnvoll verbinden.
Foto: Parlamentsdirektion_
️ Plenum kompakt
An zwei Plenartagen im Oktober standen zahlreiche Gesetzesvorhaben und aktuelle Themen auf der Tagesordnung. Die Beratungen reichten von Strafrecht, Wirtschaft und Finanzmarkt über Versorgungssicherheit bis hin zu Landwirtschaft, Tourismus und dem Umgang mit Naturereignissen.
Hier findet ihr die wichtigsten Beschlüsse und Themen im Überblick:
Strafvollzug und Strafrecht: Die Strafvollzugsnovelle soll Justizanstalten entlasten, die Sicherheit erhöhen und die Resozialisierung verbessern. Vorgesehen sind unter anderem ein erleichterter Haftaufschub, erweiterte Telefon- und Videotelefonie sowie kürzere Einzelhaft. Zudem sollen ausländische Straftäter nach Verbüßung der halben Haftzeit unter bestimmten Voraussetzungen abgeschoben werden können. Auch die Befugnisse zur Durchsuchung und weitere Maßnahmen gegen Gewalt und Flucht sollen ausgeweitet werden.
Das Strafrechtsänderungsgesetz sieht einen stärkeren Schutz vor Menschenhandel sowie Maßnahmen gegen Organhandel und „Transplantationstourismus“ vor.
Auch der Schutz von Kindern vor sexuellem Missbrauch soll weiter verbessert werden. Der Justizausschuss spricht sich dafür aus, Maßnahmen zum Schutz von Kindern vor sexueller Gewalt und sexuellem Missbrauch konsequent weiterzuentwickeln und bestehende Lücken zu schließen.
Finanzmarkt und Steuerabkommen: Die Unabhängigkeit der Finanzmarktaufsicht wird gestärkt und ihre Aufsichtsvorgaben werden EU-weit vereinheitlicht. Weitere Gesetzesvorlagen passen internationale Steuerabkommen an aktuelle Standards an und verbessern die Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von Steuerumgehung.
Wirtschaftliche Eigentümer: Das Register wirtschaftlicher Eigentümer wird an die EU-Geldwäsche-Richtlinie angepasst. Geplant sind mehr Transparenz bei Sanktionen und schnellere Einsichtsverfahren.
Energieversorgung und Versorgungssicherheit: Die Gasbevorratung und Vorsorgeregelungen werden bis April 2029 verlängert. Zudem soll die gesetzliche Grundlage für die Vorsorge gegen Lieferengpässe bei wichtigen Wirtschafts- und Bedarfsgütern bis Ende 2035 gelten.
Weniger Bürokratie für Unternehmen: Die Gewerbeordnung soll Unternehmen durch weniger Bürokratie entlasten. Vorgesehen sind unter anderem eine gewerberechtliche Genehmigungsfreiheit für Photovoltaikanlagen und E-Ladestationen im Betriebsanlagenbereich sowie Erleichterungen bei Betriebsübernahmen. Die mögliche Aussetzung von Auflagen wird von vier auf fünf Jahre verlängert. Bestehende Genehmigungen bleiben bei Nichtbetrieb künftig sieben statt fünf Jahre aufrecht, mit Verlängerungsmöglichkeit auf zehn Jahre. Einheitliche Verfahrensunterlagen und digitale Übermittlungsmöglichkeiten sollen Abläufe vereinfachen und den Wirtschaftsstandort stärken.
EU-Verpackungsverordnung: Ein Entschließungsantrag fordert weniger bürokratischen Aufwand für Unternehmen, insbesondere für kleine Betriebe, sowie einfachere europaweite Anmeldeverfahren und eine stärker am tatsächlichen Verpackungsverbrauch orientierte Kostenberechnung.
Schutz beim mobilen Goldankauf: Mehr Kontrollen, erweiterte Meldepflichten und bessere Informationen über marktgerechte Goldpreise sollen Konsumentinnen und Konsumenten vor unseriösen Praktiken schützen.
Grüner Bericht 2026: Die durchschnittlichen Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft stiegen 2025 um 18 Prozent auf 47.102 Euro je Betrieb. Der Produktionswert erhöhte sich um 8,2 Prozent auf rund 14 Milliarden Euro.
Besonders hohe Zuwächse verzeichneten Forstbetriebe mit einem Plus von 44 Prozent und Futterbaubetriebe mit einem Anstieg von 31 Prozent.
Im Außenhandel standen Exporten von 17,4 Milliarden Euro Importe von 20,1 Milliarden Euro gegenüber.
Landwirtschaft und Klimawandel: Ein Entschließungsantrag setzt auf mehr Forschung zur Ernährungssicherheit, klimafitte Produktion und nachhaltige Wasserbewirtschaftung. Maßnahmen wie Bewässerung und der Ausbau der Wasserinfrastruktur sollen die Landwirtschaft besser gegen Dürre und Extremwetter wappnen.
Tourismus in Österreich: Der Tourismusbericht 2025 verzeichnet mit 157,3 Millionen Nächtigungen und 48,2 Millionen Gästeankünften neue Höchstwerte. Die touristische Wertschöpfung wird auf 33,1 Milliarden Euro geschätzt und entspricht rund 6,5 Prozent des BIP. Damit bleibt der Tourismus ein zentraler Wirtschaftsmotor, der Arbeitsplätze sichert und besonders die Regionen stärkt.
Schadensdatenbank für Naturereignisse: Die Novelle des GeoSphere-Austria-Gesetzes schafft die Grundlage für eine zentrale Datenbank, mit der Naturereignisse und ihre Schäden österreichweit einheitlich erfasst und ausgewertet werden sollen.
Immunitätsangelegenheiten: Der Nationalrat befasste sich mit drei Auslieferungsbegehren gegen Abgeordnete. Dabei geht es um mutmaßliche Verhetzung sowie den Verdacht möglicher Vorteilsannahme.
️ Zu Gast bei „Expresso Bildung“
→ Podcast des ibw – Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft.
„Wer seine eigene Zukunft gestalten will, hat mit der Lehre allerbeste Voraussetzungen.“
Wie attraktiv ist die Lehre heute? Welche Chancen bietet die duale Ausbildung und was muss passieren, damit sie gesellschaftlich jene Anerkennung erhält, die sie verdient?
Über diese Fragen und meinen eigenen Berufsweg durfte ich im Podcast „Expresso Bildung“ des ibw sprechen. Dabei geht es um die Zukunft der Lehre, die Bedeutung gut ausgebildeter Fachkräfte und darum, warum die berufliche Ausbildung für junge Menschen und unseren Wirtschaftsstandort so wichtig ist.
Vorlagen des Umweltausschusses
→ Wichtige Schritte für mehr Sicherheit und internationalen Umweltschutz: Schutz kritischer Infrastruktur vor Drohnen sowie Fortschritte beim globalen Meeresschutz.
Nationale Drohnenschutz-Strategie
Wir haben uns mit der Ausarbeitung einer bundesweiten Strategie zum Drohnenschutz befasst. Ziel ist es, kritische Infrastruktur – etwa das Parlament, Regierungsgebäude oder sensible Einrichtungen – besser vor unerlaubten Drohnenüberflügen zu schützen. Dazu sollen relevante Behörden und Expertinnen und Experten eingebunden werden, um moderne Systeme zur Detektion und Erfassung von Drohnen zu prüfen sowie klare Abläufe für den Umgang mit verdächtigen Fluggeräten zu entwickeln. Auch die rechtlichen Rahmenbedingungen für mögliche Abwehrmaßnahmen sollen entsprechend nachgeschärft werden.
Schutz der biologischen Vielfalt der Meere
Die Ratifizierung des UN-Übereinkommens über die biologische Vielfalt der Meere außerhalb nationaler Hoheitsbefugnisse sollte rasch abgeschlossen werden. Dieses Abkommen ist ein zentraler internationaler Schritt, um ökologische Schutzgebiete auf Hoher See zu sichern und nachhaltige Nutzung zu gewährleisten.
Gleich reinhören!
️ Veranstaltungstipp: Watterturnier in Vomp
→ G’wattet wird wieder! Die Vomper Volkspartei lädt am 30. Oktober 2026 zum Watterturnier ins Gasthaus Pelikan in Vomp ein.
Freut euch auf spannende Kartenrunden, geselliges Beisammensein und einen unterhaltsamen Abend. Ob passionierter Wattner oder Gelegenheitsspieler – alle sind herzlich willkommen!
Termin: Freitag, 30. Oktober 2026
Ort: Gasthaus Pelikan, Vomp
€ Nenngeld: € 30,- pro Spieler – inkl. Essen
Anmeldung: Christian Peer
0676 622 9149

